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Orphan Diseases

Beiträge zum Thema Orphan Diseases

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Neue Leitlinie zum Allan-Herndon-Dudley-Syndrom

Das Allan-Herndon-Dudley-Syndrom ist eine seltene angeborene Erkrankung des Schilddrüsenstoffwechsels. Sie tritt bei ungefähr einem von 70.000 männlichen Neugeborenen auf und hat katastrophale Folgen für die Betroffenen. Seit Anfang 2025 ist in Europa ein Medikament zugelassen, das Symptome lindern und die Lebensdauer verlängern kann. Die Dosierung ist allerdings kompliziert. Ein Spezialistenteam hat eine Leitlinie zur Behandlung der Erkrankung veröffentlicht [1].
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Spinale Muskelatrophie: Fünf Jahre Erfahrung mit Risdiplam unterstreichen Bedeutung des frühen Therapiebeginns

Im Rahmen einer Veranstaltung auf der diesjährigen Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie (GNP) in Linz stand der Splicemodifikator Risdiplam zur Therapie der spinalen Muskelatrophie (SMA) im Fokus. Seit der Zulassung im Jahr 2021 hat sich Risdiplam als breite Therapieoption für 5q-assoziierte SMA etabliert und ist mit über 21.000 Patient:innen – vom präsymptomatischen Neugeborenen bis zum Erwachsenen – die am häufigsten eingesetzte SMA-Therapie weltweit.
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Ravulizumab effektiv bei Kindern mit atypischem Hämolytisch-Urämischem Syndrom
GPN 2026

Ravulizumab effektiv bei Kindern mit atypischem Hämolytisch-urämischem Syndrom

Patient:innen mit der sehr seltenen Erkrankung atypisches hämolytisch-urämisches Syndrom (aHUS) profitieren von intravenösen Infusionen mit einem C5-Komplement-Inhibitor. Während dies bei Eculizumab alle zwei Wochen erforderlich ist, muss das seit einigen Jahren verfügbare Ravulizumab dank seiner längeren Halbwertzeit nur noch alle acht Wochen infundiert werden, bei Kindern ≥ 10 bis < 20 kg Körpergewicht alle vier Wochen.
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Sepiapterin zeigt signifikante Überlegenheit gegenüber Sapropterin bei Kindern und Erwachsenen mit PKU

Sepiapterin zeigt signifikante Überlegenheit gegenüber Sapropterin bei Kindern und Erwachsenen mit PKU

Eine dauerhafte und konsequente Kontrolle der Phenylalanin (Phe)-Blutspiegel ist bei der Phenylketonurie (PKU) essenziell. Die kürzlich publizierten Ergebnisse der Phase-III-Studie AMPLIPHY zeigen erstmals in einem Head-to-Head-Vergleich, dass Sepiapterin die Phe-Werte im Blut signifikant stärker senkte als Sapropterin – sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen mit PKU [1].
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Erste Therapie für die Behandlung der IgG4-assoziierten Erkrankung zugelassen

Die Zulassung für Inebilizumab wurde erweitert: Mit dem monoklonalen Anti-CD19-Antikörper (mAb) steht seit November 2025 erstmals eine spezifische Therapie für erwachsene Patient:innen mit aktiver Immunglobulin-G4-assoziierter Erkrankung (IgG4-RD) zur Verfügung [1]. In der Zulassungsstudie reduzierte Inebilizumab das Schubrisiko signifikant um 87% (vs. Placebo). Über die Hälfte der Patient:innen erreichte eine Komplettremission [2].
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Patient:innen mit seltenen endokrinologischen Erkrankungen warten oft jahrelang
Cushing-Syndrom: Vier Jahre bis zur Diagnose

Patient:innen mit seltenen endokrinologischen Erkrankungen warten oft jahrelang

Vier Jahre lang warten Menschen, die am lebensbedrohlichen Cushing-Syndrom leiden, im Schnitt auf die richtige Diagnose. Die Folgen für die Betroffenen: Komplizierte Verläufe und ein bis zu dreifach erhöhtes Sterberisiko. Eine heute veröffentlichte Übersichtsarbeit zur Versorgungslage in der Endokrinologie hat jetzt Ausmaß und Ursachen von Versorgungslücken bei seltenen hormonellen Erkrankungen herausgearbeitet. Ein entscheidender Faktor: Im Vergleich zu anderen europäischen Gesundheitssystemen gibt es hierzulande deutlich weniger Fachärzt:innen für Endokrinologie. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE) fordert deshalb gemeinsam mit den Autor:innen der Arbeit mehr Weiterbildungsstellen, eine bessere Vernetzung der Versorgung und eine gezielte Stärkung der Früherkennung.
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SMA-Screening: Zebrafisch-Modell verhindert Überbehandlung bei falsch-positiven Befunden

SMA-Screening: Zebrafisch-Modell verhindert Überbehandlung bei falsch-positiven Befunden

Ein positives Neugeborenen-Screening auf spinale Muskelatrophie (SMA) gilt bislang als medizinischer Notfall. Ohne frühzeitige Therapie drohen schwere Behinderungen oder der Tod im Säuglingsalter. Forschungsergebnisse aus Deutschland und Australien zeigen nun jedoch, dass ein positives Screening-Ergebnis in seltenen Fällen ein genetischer Fehlalarm sein kann. Ein Team um Prof. Dr. Brunhilde Wirth, Direktorin des Instituts für Humangenetik und Arbeitsgruppenleiterin am Center for Molecular Medicine Cologne (CMMC) der Universität zu Köln und Dr. Jean Giacomotto vom Institute for Biomedicine and Glycomics der Griffith University in Brisbane, Australien, zeigt erstmals, dass funktionelle Tests in einem Zebrafisch-Modell eine schnelle und verlässliche klinische Entscheidungsfindung ermöglichen können, wenn genetische Befunde unklar sind [1].
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Neue Empfehlungen: Meningokokken-Prophylaxe unter Komplementinhibitor-Therapie

Neue Empfehlungen: Meningokokken-Prophylaxe unter Komplementinhibitor-Therapie

Komplementinhibitoren werden erfolgreich zur Therapie verschiedener Autoimmunerkrankungen eingesetzt [1]. Aufgrund ihres Wirkmechanismus ist jedoch das Risiko für eine Infektion mit bekapselten Bakterien erhöht und insbesondere die Vorbeugung einer Infektion mit Meningokokken von großer Bedeutung. Doch wie gestaltet sich die Meningokokkenprophylaxe im Rahmen einer komplementinhibierenden Therapie von Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen konkret? Eine Gruppe aus fünfzehn Expert:innen hat hierzu ein Konsensuspapier erarbeitet, das in der August-Ausgabe 2025 der Online-Zeitschrift DGNeurologie veröffentlicht wurde [2]. Die unter Federführung von Prof. Dr. Achim Berthele, Leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurologie des TUM Universitätsklinikum München, entstandene Publikation stellt einen wichtigen Beitrag für eine effektive und sichere Behandlung neurologischer Erkrankungen in der DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz)-Region dar.
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EU-Zulassung für Pegcetacoplan zur Behandlung von C3G und pIC-MPGN

Am 16. Januar 2026 erteilte die Europäische Kommission die Zulassung für Pegcetacoplan zur Behandlung von erwachsenen und jugendlichen Patient:innen im Alter von 12 bis 17 Jahren mit C3-Glomerulopathie (C3G) oder primärer immunkomplexvermittelter membranoproliferativer Glomerulonephritis (pIC-MPGN). Die Anwendung erfolgt in Kombination mit einem Renin-Angiotensin-System (RAS)-Inhibitor, es sei denn, dieser wird nicht vertragen oder ist kontraindiziert.
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Erfolgreicher Abschluss des Pilotprojektes genomDE legt Fundament für die Genommedizin der Zukunft

Das Pilotprojekt genomDE, welches das Konzept für eine bundesweite Plattform zur medizinischen Genomsequenzierung entwickelt hat, zieht eine positive Bilanz. Seit dem Projektstart 2021 wurden entscheidende Voraussetzungen geschaffen, um Genommedizin in der deutschen Gesundheitsversorgung zu verankern: Es wurden gemeinsame Qualitätsstandards und ein Konzept zum Aufbau einer föderierten Dateninfrastruktur entwickelt und erprobt. genomDE hat so die Basis für das Modellvorhaben zur Genomsequenz­ierung geschaffen, das die Gesundheitsversorgung von Menschen mit seltenen oder onkologischen Erkrankungen durch Genom­sequenzierung verbessern soll.
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Morbus Pompe: Tipps zur Erkennung der Frühsymptomatik

Anlässlich des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) stärkten Fachmediziner:innen der Neurologie ihre Expertise zur Erkennung der Frühsymptomatik bei Morbus Pompe. Prof. Dr. Angela Rosenbohm, Neurologin am Universitätsklinikum Ulm, erinnerte einleitend daran, bei Verdacht auf Muskelerkrankungen ggf. sogar einen diagnostischen Blick auf die Zunge der Patient:innen zu richten. So können Zungenparesen, Zungenatrophie oder auch Makroglossie einen Hinweis auf Erkrankungen, wie spinobulbäre Muskelatrophie Typ Kennedy, Gliedergürtelsyndrom oder Morbus Pompe geben. Bei einer einseitigen Zungenatrophie und Ptosis kann zum Beispiel auch ein Morbus Pompe vorliegen, bekräftigte die Expertin.
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Hypereosinophiles Syndrom: Benralizumab reduziert Zeit bis zum ersten Schub oder bis zur Verschlechterung

Auf der Tagung 2025 des American College of Allergy, Asthma and Immunology (ACAAI) wurden positive Ergebnisse der Phase-III-Studie NATRON vorgestellt. Diese zeigen, dass Benralizumab eine statistisch signifikante Verzögerung der Zeit bis zum ersten Schub oder zur ersten Verschlechterung des hypereosinophilen Syndroms (HES) bewirkt [1]. HES ist eine seltene Erkrankung, die durch erhöhte Eosinophilenzahlen charakterisiert ist. Die Studie zeigte außerdem eine stärkere Verbesserung der Fatigue-Symptome bei Behandlung mit nur einer einzelnen Dosis Benralizumab alle vier Wochen im Vergleich zu Placebo. Benralizumab ist ein Antikörper, der gezielt an den Interleukin-5-Rezeptor (IL-5R) auf der Oberfläche von Eosinophilen bindet.
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Unterschiede zwischen SMA und DMD

Vom Screenen und Therapieren: Unterschiede zwischen SMA und DMD

Bei der spinalen Muskelatrophie (SMA) ist eine frühe Diagnose und Behandlung für die Krankheitsprogression von entscheidender Bedeutung. Anders ist dies bei der Duchenne Muskeldystrophie (DMD). Hier gilt es, das Opportunitätsfenster zu finden, in dem mit der Therapie begonnen werden sollte. Wäre es sinnvoll, die betroffenen Familien mit der Diagnose bis dahin im Unklaren zu lassen? Über die aktuellen Herangehensweisen wurde beim Kongress der Gesellschaft für Neuropädiatrie (GNP) diskutiert.
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Seltene Systemerkrankung Hypophosphatasie

Seltene Systemerkrankung Hypophosphatasie: frühe Diagnose ist wichtig

Die Hypophosphatasie (HPP) ist eine seltene Systemerkrankung, deren Symptome vielfältig sind und oft anderen, z.B. rheumatischen Erkrankungen ähneln. Das kann zu Fehl- und verzögerten Diagnosen führen – mit schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen. Eine frühe Diagnose ist wichtig, denn HPP ist zwar nicht heilbar, aber behandelbar. Sie kann mit einem einfachen Bluttest erkannt werden, und ist eine wichtige Differentialdiagnose bei einer Vielzahl von Beschwerden.
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