Journal MED

Aktuelles

Anlässlich des MSToronto 2026, des 10. gemeinsamen Kongresses des American und European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ACTRIMS/ECTRIMS), der vom 21. bis 23. Oktober in Toronto, Kanada stattfand, wurden erstmals die Ergebnisse der beiden identisch aufgebauten, randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studien REMODEL-1 und REMODEL-2 vorgestellt [1]. Darin wurden die Wirksamkeit und Sicherheit des oral verfügbaren Bruton-Tyrosinkinase-(BTK)-Inhibitors Remibrutinib bei Erwachsenen mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) gegenüber Teriflunomid geprüft [2].
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Demenz ist nicht zwangsläufig eine unvermeidbare Folge des Alterns. Viele Faktoren, die das Risiko einer Erkrankung beeinflussen, lassen sich verändern. Mit ihrer 2026 aktualisierten Leitlinie zur Demenzprävention erweitert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun den wissenschaftlichen Blick [1]. Neben bekannten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Bewegungsmangel und Rauchen beleuchtet sie weitere gesundheitliche Einflüsse, darunter HIV-Infektionen, Schlafstörungen, Schlaganfälle und hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren. „Wir verstehen immer besser, wie eng die Gesundheit unseres Gehirns mit anderen körperlichen und psychischen Prozessen zusammenhängt. Entscheidend ist, dass wir Demenzprävention nicht erst im hohen Alter beginnen, sondern über die gesamte Lebensspanne hinweg denken“, erklärt Prof. Dr. Özgür Onur, Köln, Sprecher der Kommission „Demenzen“ der Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN).
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Medizin
 2 Min|
Real-world-Daten zur Effektivität der PCV20-Impfung bei Kleinkindern
ISPPD

Real-world-Daten zur Effektivität der PCV20-Impfung bei Kleinkindern

Pneumokokken zählen zu den bedeutendsten impfpräventablen Infektionserregern und besiedeln häufig asymptomatisch den Nasenrachenraum des Menschen. Zur Prävention von Pneumokokken-Erkrankungen ist PCV20 in Deutschland bei unter 2-Jährigen zugelassen, die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Standardimpfung ist bisher nicht erfolgt. In den USA wird PCV20 hingegen bereits seit drei Jahren für die Standardimpfung von unter Fünfjährigen empfohlen. Bei der diesjährigen Konferenz der International Society of Pneumonia & Pneumococcal Diseases (ISPPD) wurden aktuelle Real-World-Daten zum Einsatz von PCV20 vorgestellt.
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Medizin
 3 Min|
Typ-1-Diabetes: Zyklus verändert Insulinbedarf trotz AID

Typ-1-Diabetes: Zyklus verändert Insulinbedarf trotz AID

In der zweiten Zyklushälfte wirkt Insulin bei vielen Frauen mit Typ-1-Diabetes weniger stark: Sie benötigen mehr Insulin, um ihre Blutzuckerwerte im Zielbereich zu halten. Eine Beobachtungsstudie mit 77 Frauen und 380 Menstruationszyklen zeigt, dass in dieser Phase trotz automatisierter Insulinabgabe sowohl die tägliche Insulinmenge als auch die durchschnittlichen Blutzuckerwerte höher waren [1]. Die individuellen Muster unterschieden sich jedoch deutlich. Was dies für die Behandlung bedeutet, erläuterte Dr. Martina Rothenbühler auf der Vorab-Pressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) zur Diabetes Herbsttagung 2026.
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Medizin
 6 Min|
Blutgefäß mit Erythrozyten

Warum Blutgefäße unterschiedlich altern

Wie verändern sich die Zellen, die Blutgefäße von innen auskleiden, im Laufe des Lebens? Um dieser Frage nachzugehen, hat ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Laura de Rooij am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften den „Human Aging Endothelial Cell Atlas“ erstellt – den ersten umfassenden Atlas zur Alterung von Blutgefäßen. Anhand von Daten zur Genaktivität aus mehr als 375.000 menschlichen Zellen, 290 Proben und zwölf verschiedenen Geweben zeigen die Forschenden, dass der Alterungsprozess unterschiedliche Bereiche des Gefäßsystems auf unterschiedliche Weise beeinflusst. Die in der Fachzeitschrift Nature Aging veröffentlichte Studie liefert neue Einblicke in die biologischen Mechanismen der Gefäßalterung und schafft eine wertvolle Grundlage für die künftige Erforschung altersbedingter Erkrankungen und der Regeneration von Blutgefäßen [1].
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Medizin
 3 Min|
GLP-1-Agonisten: Risiken für Zähne und Zahnfleisch

GLP-1-Agonisten: Risiken für Zähne und Zahnfleisch

GLP-1-Rezeptor-Agonisten, verabreicht als Spritze und neuerdings auch als Tablette, wurden inzwischen millionenfach verordnet und gelten als wichtiger Fortschritt in der Behandlung von Übergewicht, Adipositas und Diabetes. Doch welche Folgen haben die Medikamente für Zähne und Zahnfleisch? Eine neue Übersichtsarbeit im Journal of Dental Research von Forschenden um Dr. Nils Werner und Prof. Dr. Falk Schwendicke von der Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und digitale Zahnmedizin des LMU Klinikums zeigt: Die Wirkstoffe erhöhen das Risiko für verschiedene Probleme von Gebiss und Zahnfleisch.
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Medizin
 3 Min|

Antibiotikaresistente Infektionen treten in sozial benachteiligten Regionen häufiger auf

In sozioökonomisch benachteiligten Regionen Deutschlands treten bestimmte antibiotikaresistente Infektionen deutlich häufiger auf als in wohlhabenderen Regionen. Besonders ausgeprägt ist dieser Zusammenhang bei invasiven Infektionen mit Methicillin-resistentem Staphylococcus aureus (MRSA), einem gegen wichtige Antibiotika resistenten Krankheitserreger. Dabei spielt auch das regionale Umfeld eine wesentliche Rolle: Sowohl in Großstädten als auch in dünn besiedelten ländlichen Gebieten ist der Zusammenhang zwischen sozioökonomischer Benachteiligung und erhöhter MRSA-Infektionshäufigkeit besonders deutlich. Für andere resistente Erreger lässt sich hingegen kein vergleichbarer Zusammenhang nachweisen. Die Ergebnisse sprechen dafür, soziale und regionale Unterschiede bei der Überwachung und Prävention von Antibiotikaresistenzen stärker zu berücksichtigen.
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Medizin
 2 Min|
Fettlebererkrankung: Bluttests erkennen Leberfibrose und Leberzirrhose frühzeitig

Fettlebererkrankung: Bluttests erkennen Leberfibrose und Leberzirrhose frühzeitig

Mehrere Bluttests haben das Potenzial, eine fortgeschrittene Leberfibrose und eine Leberzirrhose zuverlässig und frühzeitig zu erkennen, zeigt die internationale LITMUS-Studie. Im bislang größten und umfassendsten Vergleich dieser Art testete das Forschungsteam mehr als 30 Biomarker und Testkombinationen, um eine nicht-invasive Diagnosemöglichkeit der metabolisch bedingten Fettlebererkrankungen zu finden. Dabei erwies sich der Biomarker Thrombospondin-2 (TSP2), der vom Institut für Translationale Immunologie (TIM) der Universitätsmedizin Mainz entwickelt und validiert wurde, als vielversprechender Einzelmarker.
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Kardiologie
 2 Min|

CKM-Syndrom: Interdisziplinäre Versorgung und Prävention gewinnen in neuen Leitlinien an Bedeutung

Neue europäische und US-amerikanische Leitlinien zum kardiovaskulär-renalen-metabolischen (CKM-)Syndrom markieren einen Paradigmenwechsel in der Versorgung von Menschen mit Diabetes, chronischer Nierenerkrankung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen [1-4]. Statt einzelner Organe oder Laborwerte rücken das individuelle Risiko, Komorbiditäten und eine koordinierte, interdisziplinäre Betreuung in den Mittelpunkt. Nach Ansicht von Prof. Dirk Müller-Wieland (Aachen) könnten die Empfehlungen auch wichtige Impulse für eine frühere Prävention und bessere Patientensteuerung geben.
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Medizin
 3 Min|

GLUT1-Erkrankung: Fucose als neuer Behandlungsansatz

Die seltene, angeborene GLUT1-Erkrankung ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der nicht genügend Glukose ins Gehirn gelangt. Fehlt dieser wichtige Energielieferant, kann dies zu schweren Folgen wie epileptischen Anfällen, Bewegungsstörungen und einer Entwicklungsstörung führen. Eine ketogene Ernährung, die sehr kohlenhydratarm und extrem fettreich ist, kann die fehlende Energieversorgung teilweise ausgleichen, indem sie dem Gehirn alternative Energieträger zur Verfügung stellt. Doch bei vielen Betroffenen bleiben Beschwerden bestehen. Ein Forschungsteam der Universität Münster und des Universitätsklinikums Münster hat deshalb mit Partnern aus den USA einen neuen Behandlungsansatz verfolgt [1].
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Gesundheitspolitik
 2 Min|

Barmer warnt vor überlasteten Notaufnahmen

Die Krankenkasse Barmer hält die vom Bundestag beschlossene Notfallreform nicht für ausreichend, um die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu entlasten. Barmer-Chef Christoph Straub forderte in Berlin die Einführung einer verpflichtenden Telefonberatung. Das vor zwei Wochen verabschiedete Gesetz greife zu kurz, weil es eine vorherige Ersteinschätzung zwar vorsehe, aber nicht zwingend vorschreibe. „Ohne eine klare Vorgabe ist der Erfolg der Reform fraglich“, sagte Straub bei der Vorstellung des Barmer-Krankenhausreports.
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