Journal MED

Aktuelles

Die elektrische Stimulation des Rückenmarks, etwa nach einer Querschnittslähmung, hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Hochfrequente Stimulationspulse, die in vielen aktuellen Anwendungen eingesetzt werden, aktivieren jedoch offenbar weniger effizient jene Nervenfasern, die vermutlich entscheidend zu therapeutischen Effekten beitragen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die von einem internationalen Team unter Beteiligung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) durchgeführt wurde. Durch elektrophysiologische Untersuchungen am Menschen sowie hochdetaillierte Computermodelle des menschlichen Körpers konnten die Forschenden sichtbar machen, welche neuronalen Strukturen durch die Stimulation aktiviert werden. Die Ergebnisse, die im Fachjournal Nature Biomedical Engineering publiziert wurden, sollen dazu beitragen, medizintechnische Anwendungen zu verbessern.
Lesen Sie mehr 
Forschende des Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD der Universität zu Köln haben herausgefunden, dass das Lipid namens Cardiolipin essenziell ist, um die Immunreaktion im Darm unter Kontrolle zu halten. Diese Erkenntnisse eröffnen eine neue Sichtweise auf Entzündungen und können Aufschluss darüber geben, warum Krankheiten bei verschiedenen Patient:innen sehr unterschiedlich verlaufen.
Lesen Sie mehr 
Gesundheitspolitik
Wahltarife bei Krankenkassen: Für wen sinnvoll?

Wahltarife bei Krankenkassen: Für wen sinnvoll?

„Wer zwölf Monate gesund geblieben ist, darf sich in unserem Wahltarif über eine Rückzahlung in Höhe eines Monatsbeitrags mit bis zu 600 Euro freuen.“ Mit diesem Slogan wirbt eine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) für ihren Tarif mit Beitragsrückerstattung. Angesichts stetig steigender Krankenkassenbeiträge klingen solche Angebote gut. Aber halten Wahltarife finanziell tatsächlich, was sie versprechen? Und wo liegen die Risiken für die Gesundheit?
Lesen Sie mehr 
Medizin
AAN 2026

Ofatumumab bei RMS: 8-Jahres-Sicherheitsdaten vom AAN 2026

Anlässlich des diesjährigen Annual Meeting der American Academy of Neurology (AAN) wurden neue Langzeit-Sicherheitsdaten zu Ofatumumaba aus der offenen Verlängerungsstudie ALITHIOS über einen Beobachtungszeitraum von bis zu 8 Jahren bekannt gegeben. Die Daten bestätigen die langfristige Verträglichkeit und das konstant günstige Sicherheitsprofil von Ofatumumab bei Patient:innen mit aktiver schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) sowohl in der gesamten Studienpopulation als auch in der Gruppe der kürzlich diagnostizierten, therapienaiven Patient:innen.
Lesen Sie mehr 
Medizin

Marstacimab: Zulassungserweiterung für Hämophilie A und B mit Hemmkörpern

Die Europäische Kommission hat die Zulassungserweiterung für Marstacimab zur Routineprophylaxe von Blutungsepisoden bei Patient:innen ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 35 kg mit Hämophilie A mit Faktor-VIII-Inhibitoren oder Hämophilie B mit Faktor-IX-Inhibitoren erteilt [1, 2]. Die Behandlung von Patient:innen mit Hämophilie A oder B, die unter der Faktorersatztherapie Hemmkörper entwickelt haben, stellt eine besondere therapeutische Herausforderung dar [3]. Mit Marstacimab, einem Antikörper gegen den Tissue Factor Pathway Inhibitor (Anti-TFPI), steht den Betroffenen nun eine neue Therapieoption zur Verfügung, die als Fertigpen mit fixer Dosierung einmal wöchentlich subkutan verabreicht wird [1].
Lesen Sie mehr 
Gesundheitspolitik
Vertrauen in Gesundheitssystem sinkt

Umfrage: Vertrauen in Gesundheitssystem sinkt

Die Zufriedenheit mit dem deutschen Gesundheitssystem bröckelt einer neuen Umfrage zufolge. Sehr gut oder gut finden die Gesundheitsversorgung 62%, wie die Allensbach-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit ergab. Über rund zehn Jahre waren Zufriedenheitswerte über 80% gemessen worden, bevor die Kurve nach 2022 abfiel. Rund 35% finden die Gesundheitsversorgung nicht so gut oder gar nicht gut, wie die Kasse weiter mitteilte.
Lesen Sie mehr 
Medizin

FSME-Risikogebiete erweitert: Zwei neue Kreise in Sachsen und Sachsen-Anhalt

Mit dem Beginn der Zeckensaison in weiten Teilen Europas rückt auch die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erneut in den Fokus der öffentlichen Gesundheit. Die virale neurologische Infektion, die durch infizierte Zecken übertragen wird, kann schwerwiegende Verläufe mit langfristigen gesundheitlichen Folgen nach sich ziehen. FSME ist mittlerweile in 27 europäischen Ländern endemisch und zeigt eine fortschreitende geografische Ausbreitung. Jährlich werden in Europa rund 12.000 Fälle gemeldet. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 693 FSME-Fälle registriert, es ist eine deutliche Zunahme in allen Altersgruppen zu beobachten.
Lesen Sie mehr 
Medizin
Mangelernährung im Krankenhaus: Welche Ernährungsmaßnahmen helfen älteren Patient:innen?

Mangelernährung im Krankenhaus: Welche Ernährungsmaßnahmen helfen älteren Patient:innen?

Mangelernährung ist ein unterschätztes Gesundheitsproblem – auch in Deutschland. Ein neuer Cochrane Review hat untersucht, ob gezielte orale Ernährungsmaßnahmen älteren Menschen helfen, die von Mangelernährung bedroht oder bereits mangelernährt sind und wegen einer Verletzung oder Erkrankung ins Krankenhaus aufgenommen wurden. Das Ergebnis: Spezielle Trinknahrung „für besondere medizinische Zwecke“ statt der Standardversorgung senkt möglicherweise das Sterberisiko und das Risiko für schwerwiegende Komplikationen innerhalb von einem Monat bzw. bis zur Entlassung. Für die anderen untersuchten Ernährungsansätze – etwa zusätzliche Eiweißgabe oder individuelle Hilfe beim Essen – zeigten sich keine klaren Unterschiede zur Standardversorgung oder die Datenlage war zu schlecht, um belastbare Aussagen ableiten zu können.
Lesen Sie mehr 
Medizin
Positiver Trend: Gesundheitsatlas zeigt Rückgang bei Herzinfarkten

Positiver Trend: Gesundheitsatlas zeigt Rückgang bei Herzinfarkten

Eine aktuelle Datenauswertung für den Gesundheitsatlas Deutschland des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt einen anhaltenden Rückgang bei der Zahl der Herzinfarkte in Deutschland. Gleichzeitig ist allerdings die Häufigkeit von Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck gestiegen, die jeweils Risikofaktoren für die Entstehung einer koronaren Herzkrankheit und das Auftreten von Herzinfarkten darstellen. Der Gesundheitsatlas Deutschland macht die aktuellen Entwicklungen für insgesamt 26 Erkrankungen bis auf Landkreis-Ebene transparent.
Lesen Sie mehr 
Gesundheitspolitik
Krankenkassen lehnen weitere Belastungen für Patient:innen ab

Krankenkassen lehnen weitere Belastungen für Patient:innen ab

Die gesetzlichen Krankenkassen warnen beim Sparpaket für die Gesundheitsausgaben vor Verzögerungen und Verschiebungen zulasten der Patient:innen. Der Chef des Spitzenverbandes, Oliver Blatt, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die Versicherten und Arbeitgeber sind genug belastet.„ Daher gebe es für ihn eine klare rote Linie: „Kein Cent mehr Belastung für Patient:innen als in der aktuellen Fassung des Gesetzes vorgesehen.“ Ein Aufschieben der Reform sei keine Option. „Jetzt muss die Ministerin Kurs halten, auch wenn der Druck von allen Seiten enorm ist.“
Lesen Sie mehr 
Medizin
Depression drückt die Vorfreude, nicht den Genuss

Depression drückt die Vorfreude, nicht den Genuss

Der im Alltag empfundene und sehr belastende Verlust von Interesse oder Freude an normalerweise positiven Aktivitäten ist ein Kernsymptom einer schweren Depression. Doch bisher ist es unklar, wie genau sich diese Anhedonie, auch bekannt als Belohnungsdefizit, manifestiert. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn sowie des Universitätsklinikums Tübingen haben herausgefunden, dass Personen mit Depressionen Essen nicht als weniger belohnend empfinden, wenn sie es tatsächlich konsumieren. Die Unterschiede zu Personen ohne Depression ergeben sich in der Erwartung: wie sehr sie etwas wollen, bevor sie es erhalten. Dieses verminderte Verlangen hängt auch mit dem klinischen Ausmaß der Anhedonie zusammen. Die Ergebnisse der Studie sind jetzt im Fachjournal Cell Reports Medicine erschienen [1].
Lesen Sie mehr 
Gesundheitspolitik
E-Krankschreibung nicht Hauptgrund für mehr Fehltage

E-Krankschreibung nicht Hauptgrund für mehr Fehltage

Entgegen der weit verbreiteten Annahme ist die Zahl der Krankheitstage nach Erhebungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nicht in erster Linie wegen der elektronischen Krankschreibung stark angestiegen. Die Forscher:innen halten zwei andere Gründe für bedeutsamer: Zum einen hätten Atemwegserkrankungen zugenommen, zum anderen bleibe ein Teil der Beschäftigten bei ansteckenden Krankheiten eher zu Hause als früher. Diese Menschen seien seit der Corona-Pandemie vorsichtiger geworden.
Lesen Sie mehr 
Gesundheitspolitik
Kampf gegen Arzneimittel-Engpässe: EU fördert Medikamenten-Herstellung in Europa

Kampf gegen Arzneimittel-Engpässe: EU fördert Medikamenten-Herstellung in Europa

Im Kampf gegen Engpässe bei lebenswichtigen Medikamenten in der EU haben sich Unterhändler:innen in Brüssel auf Regeln geeinigt, um die Produktion von Arzneimitteln leichter mit öffentlichen Geldern unterstützen zu können. Das teilten die Vertreter:innen des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten mit. Europa soll dadurch weniger abhängig von einzelnen Lieferant:innen und der Herstellung außerhalb des Kontinents werden.
Lesen Sie mehr 
Medizin

RSV-Welle hält weiter an – Impfung kann die Anzahl RSV-bedingter Hospitalisierungen bei älteren Erwachsenen verringern

In der aktuellen Saison 2025/26 für Atemwegserkrankungen sind die Fallzahlen der Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) erneut auf einem hohen Niveau – so läuft seit der 2. Kalenderwoche (KW) 2026 die anhaltende RSV-Welle,1 gezeichnet von einem intensiven Infektionsgeschehen. Seit KW 40 letzten Jahres wurden bereits mehr als 64.000 labordiagnostische RSV-Fälle gemeldet (Stand: 15. KW 2026).2
Lesen Sie mehr