Journal MED

Aktuelles

GLP-1-basierte Therapien haben sich in kurzer Zeit fest in der Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes etabliert. Sie zählen zu den inkretinbasierten Behandlungsansätzen und nutzen die Wirkung körpereigener Darmhormone. Mit diesem Wirkprinzip gehen jedoch auch gastrointestinale Nebenwirkungen einher. Neben abdominellen Schmerzen, Übelkeit, Blähungen und Diarrhö tritt – bei etwa drei von zehn Anwender:innen – auch Obstipation auf [1]. Bleibt eine Obstipation unbehandelt oder wird zu spät erkannt, drohen Dosisreduktionen oder sogar Therapieabbrüche – und damit der Verlust wichtiger kardiometabolischer Effekte [2, 3]. Eine aktuelle Übersichtsarbeit fasst internationale Expertenempfehlungen zum Management der Obstipation unter inkretinbasierten Therapien zusammen und liefert pra-xisrelevante Hinweise für Diagnostik und Therapie [4].
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Der Ökonom Daniel Graeber vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet nicht, dass die von Union und SPD geplanten Verschärfungen bei Krankschreibungen den Krankenstand in Deutschland spürbar senken. Eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag könne stattdessen zu mehr Praxisbesuchen führen und Ansteckungsrisiken in Wartezimmern erhöhen. „Sollte dies dazu führen, dass Menschen trotz leichter Infekte an den Arbeitsplatz gehen, könnten Ansteckungen am Arbeitsplatz am Ende zu mehr Fehltagen führen, als wenn diese Beschäftigten einfach zu Hause geblieben wären“, warnt Graeber.
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Medizin
Ambulante Versorgung wird häufiger genutzt als bisher gedacht

Ambulante Versorgung wird häufiger genutzt als bisher gedacht

Die tatsächliche Inanspruchnahme der ambulanten ärztlichen Versorgung in Deutschland dürfte höher sein als bislang durch gängige Messgrößen abgebildet wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi), die erstmals selbstberichtete Arztkontakte aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) systematisch mit vertragsärztlichen Abrechnungsdaten für das Jahr 2024 vergleicht.
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Medizin

EU-Zulassung: Onasemnogen abeparvovec bei spinaler Muskelatrophie

Die Europäische Kommission hat die Zulassung von Onasemnogen abeparvovec als intrathekale Applikation für die Behandlung von Kindern ab zwei Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen mit 5q-assoziierter spinaler Muskelatrophie (SMA) mit einer biallelischen Mutation im Survival-Motor-Neuron-1-Gen (SMN1) erteilt. Damit ist Onasemnogen abeparvovec als intrathekale Applikation die derzeit einzige, als Einmalgabe verabreichte und auf einem adeno-assoziierten viralen Vektor (AAV) basierende Genersatztherapie, die in der EU für SMA-Patient:innen zugelassen ist.
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Gesundheitspolitik

Geplante Verschärfung bei Krankschreibungen löst breite Proteste aus

Die von der schwarz-roten Koalition geplanten Verschärfungen bei Krankschreibungen im Job lösen breite Proteste aus. Der Sozialverband VdK kritisierte die Pläne als Ausdruck einer Misstrauenskultur. „Die Regierung unterstellt den Menschen wieder einmal, den Sozialstaat zum Blaumachen auszunutzen. Das ist nicht die Realität“, sagte Präsidentin Verena Bentele. „Wir wissen inzwischen, dass sich Menschen viel eher krank zur Arbeit schleppen, wenn kurzfristige Krankschreibungen dermaßen verkompliziert werden.“
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Medizin

Aktualisierte S3-Leitlinie zur Verhinderung von Zwang in der Psychiatrie

Die aktualisierte S3-Leitlinie „Verhinderung von Zwang – Prävention und Therapie aggressiven Verhaltens bei Erwachsenen" bietet aktualisierte Empfehlungen für den Umgang mit Aggression in der Psychiatrie [1]. Ziel der Leitlinie ist es, Maßnahmen, die gegen den Willen der Patient:innen durchgeführt werden, so weitgehend wie möglich zu vermeiden. Nur wenn keine andere Möglichkeit besteht, die Sicherheit der Patient:innen, des Personals in den Kliniken oder anderer Personen zu gewährleisten, dürfen Zwangsmaßnahmen angewendet werden. Denn der Umgang mit aggressivem Verhalten in der Psychiatrie bewegt sich in einem sensiblen Spannungsfeld: dem ärztlichen Auftrag zu heilen, dem Recht der Betroffenen auf Selbstbestimmung und normativen Vorgaben des Gesetzgebers.
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Medizin
Viele Nierenerkrankungen bleiben unentdeckt

Viele Nierenerkrankungen bleiben unentdeckt

Chronische Nierenerkrankungen beginnen meist ohne erkennbare Symptome. Eine aktuelle Analyse der NAKO-Studie deutet auf eine mögliche Dunkelziffer in der Bevölkerung in Deutschland hin. Forschende des Universitätsklinikums Freiburg werteten Urinproben von rund 35.000 Personen aus. Jeder Sechste hatte auffällige Nierenwerte, aber nur rund 4% der Teilnehmenden mit auffälligen Befunden berichteten eine passende Diagnose. Außerdem wurden Blutproben von rund 195.000 Erwachsenen ausgewertet. Auch hier zeigte sich, dass bei vielen Menschen eine eingeschränkte Nierenfunktion vorliegen könnte [1].
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Medizin

Neue Handlungsempfehlungen zur Diagnostik und Therapie des Descensus genitalis der Frau erarbeitet

Der Descensus genitalis oder Genitalsenkung ist ein häufiges Krankheitsbild, das das Tiefertreten von Blase, Rektum, Dünn- und/oder Dickdarm, Vagina oder Uterus bezeichnet. Ein Genitaldeszensus ist häufig mit einer Belastungsinkontinenz assoziiert, definiert als Urinverlust bei körperlicher Belastung wie Husten oder Heben. Der Deszensus kann aufgrund dieser und weiterer Begleitsymptome die Lebensqualität von betroffenen Frauen erheblich einschränken. Um die Lebensqualität zu verbessen, kann die Senkung mit verschiedenen konservativen und operativen Methoden behandelt werden. Mit dem Update der S3-Leitlinie zum weiblichen Descensus genitalis werden diagnostische und therapeutische Maßnahmen eingeordnet, die zur adäquaten Versorgung von Patientinnen beitragen. Beleuchtet werden unter anderem konservative und operative Verfahren [1].
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Patienteninfos
Videosprechstunden in der Apotheke ab 1. Juli möglich

Videosprechstunden in der Apotheke ab 1. Juli möglich

Gesundheitsprobleme mit Arzt oder Ärztin besprechen, ohne den Weg in die Praxis auf sich nehmen zu müssen: Videosprechstunden machen es möglich. Gerade für alle, die ländlich wohnen und mitunter weite Fahrtwege zu Facharztpraxen haben, kann das praktisch sein. Aber nicht jeder ist technisch fit genug, um sich in eine Videosprechstunde einzuwählen. Gerade ältere Menschen haben womöglich kein passendes Endgerät zu Hause.
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Gesundheitspolitik

Pflegeversicherung ist „Sanierungsfall mit Ansage“

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigt ihre Sparpläne zur Stabilisierung der Pflegeversicherung. „Dies ist keine Reform, die sich eine Gesundheitsministerin wünscht, denn sie ist in Teilen mit unvermeidbaren Härten verbunden“, schrieb die CDU-Politikerin in einem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“. „Doch diese Reform ist zwingend notwendig, um eine weitere Säule unseres Sozialsystems an die Rahmenbedingungen unserer Zeit anzupassen.“
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Medizin

Chronische Insomnie: Daridorexant zeigt anhaltende Wirksamkeit auch bei Komorbiditäten

Unter einer Chronischen Insomnie versteht man Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen an mehreren Tagen pro Woche, die über mindestens drei Monate andauern und zu klinisch bedeutsamen Beeinträchtigungen der Tagesaktivität führen. Die Erkrankung hat eine erhebliche sozioökonomische Bedeutung und ist mit hohen Belastungen für die Betroffenen verbunden. „Wird eine Chronische Insomnie nicht innerhalb eines Jahres behandelt, steigt das Risiko der Patient:innen für Depressionen, Angst- und Alkohol-Gebrauchsstörungen sowie Demenz und Psychosen deutlich an", betonte Prof. Dr. Dr. Göran Hajak, München, im Rahmen einer Pressekonferenz und forderte dazu auf, die Insomnie adäquat zu behandeln, um weitere psychiatrische Erkrankungen nicht zu begünstigen.
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Medizin

Verlust der Elastizität kann Herzschwäche auslösen

Unser Herz muss nach jedem Schlag blitzschnell in seine Form zurückkehren. Doch was passiert, wenn die elastischen „Federn“ im Herzen versagen? Ein Forschungsteam der Uni Münster hat herausgefunden, dass das Herz dabei auf das Strukturprotein Titin angewiesen ist. Werden diese Fasern beschädigt, kann das Herz nicht mehr nach jedem Schlag in seine Ausgangsform zurückkehren, was zu gestörter Herzfüllung, Herzschwäche und einer raschen Gewebevernarbung führt. Die Studie erschien nun in der Fachzeitschrift Nature Cardiovascular Research [1].
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Gesundheitspolitik

Mehr Freiraum bei Öffnungszeiten für Apotheken

Apotheken sollen flexibler öffnen können. Bisher sind sie zur ständigen Dienstbereitschaft mit Befreiungen verpflichtet, woraus feste Zeiten resultieren - etwa werktags von 8.00 bis 18.30 Uhr. Künftig soll gelten, „dass die Dienstbereitschaft an einem Tag oder mehreren Tagen in der Zeit von Montag bis Freitag für jeweils bis zu sechs Stunden während der ortsüblichen Geschäftszeiten aufrechterhalten bleibt.“ Das sieht eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums vor, die am 10. Juli in den Bundesrat kommt. Im Ergebnis könnten Apotheken deutlich freier als bisher festlegen, wann sie öffnen, heißt es zur Erläuterung. Dies erlaube auch einen deutlich flexibleren Personaleinsatz. Bei voller Nutzung der künftigen Möglichkeiten könnten die Wochenöffnungszeiten um rund 25,5 Stunden reduziert werden.
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