Journal MED

Aktuelles

Fast jeder fünfte Mensch, der ins Krankenhaus kommt, hat einen Diabetes mellitus. Eine neue bundesweite Analyse von 43,4 Millionen Krankenhausfällen aus den Jahren 2021 bis 2023 für Personen über 20 Jahren zeigt nun, dass Einrichtungen mit Zertifizierung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) bessere Ergebnisse in der Versorgung dieser Patient:innen erreichen. Das Fazit des Autorenteams: Jährlich könnten 1.140 Leben von Menschen mit Diabetes durch zertifizierte Diabetesversorgung gerettet werden. Aus Sicht der DDG unterstreicht die Studie, warum zertifizierte Diabetesstrukturen in der Krankenhausversorgung erhalten und abgesichert werden müssen.
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Angst, Furcht und auch Sorgen sind normale Stressreaktionen, die uns helfen, aufmerksam zu sein und in potenziell gefährlichen Situationen vorsichtig zu reagieren. Bei immer mehr Menschen fallen diese Symptome jedoch intensiver aus. Sie entwickeln eine Angsterkrankung, die zu Problemen im Alltag und großem Leidensdruck führen kann. Angsterkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Um die biologische Architektur von Angst besser zu verstehen hat sich im Rahmen der internationalen Forschungsinitiative PGC (Psychiatric Genomics Consortium) die Arbeitsgruppe Anxiety gegründet. Eine federführende Rolle beim Aufbau dieser Arbeitsgruppe spielte der Würzburger Psychiater und Angstforscher Jürgen Deckert. Die Arbeitsgruppe PGC Anxiety lieferte nun mit Beteiligung der Würzburger Universitätsmedizin und weiteren Mitgliedern des zwischen 2008 und 2020 von der DFG geförderten Sonderforschungsbereiches TRR 58 „Furcht, Angst und Angsterkrankungen“ im Fachjournal Nature Human Behaviour neue Einblicke in die genetischen Mechanismen von Angststörungen [1].
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Umfragen
Wie sollte das Defizit der Pflegeversicherung gelöst werden?

Wie sollte das Defizit der Pflegeversicherung gelöst werden?

Die Pflegeversicherung steht vor chronischen Finanznöten. Trotz Beitragserhöhung droht ein Milliarden-Defizit. Die geplante Reform sieht Kürzungen und höhere Eigenanteile für Pflegebedürftige vor. Besonders umstritten ist die Frage, ob eigenes Vermögen wie selbstgenutztes Wohneigentum stärker zur Finanzierung herangezogen werden soll. Während die Union mehr Eigenverantwortung fordert, warnen SPD und Sozialverbände vor sozialer Ungerechtigkeit.
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Medizin

Auf den Ausgleich kommt es an: Effektives Rebalancing mit Marstacimab bei Hämophilie

Rebalancing-Strategien sind ein neuer Ansatzpunkt im Management der Hämophilie. Sie weisen das Potential auf, das natürliche Gleichgewicht zwischen Blutung und Gerinnung wiederherzustellen. Der monoklonale Antikörper Marstacimab zielt gegen den Tissue Factor Pathway Inhibitor, wodurch die FXa- und Thrombinproduktion gesteigert und das gestörte Hämostasegleichgewicht ausbalanciert wird.
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Medizin

Typ-2-Diabetes: Orforglipron übertrifft orales Semaglutid in Head-to-Head-Studie ACHIEVE-3

Der orale GLP-1-Rezeptor-Agonist Orforglipron wird innerhalb des Studienprogramms ACHIEVE untersucht. Ergebnisse der drei Phase-III-Studien des Programms wurden nun bekannt gegeben. In der Head-to-Head-Studie ACHIEVE-3 übertraf Orforglipron das orale Semaglutid beim primären und allen wichtigen sekundären Endpunkten. In ACHIEVE-2 und ACHIEVE-5 erreichte Orforglipron den primären Endpunkt und die wichtigen sekundären Endpunkte und erzielte eine überlegene HbA1c-Reduktion und einen überlegenen Gewichtsverlust gegenüber Dapagliflozin bzw. Placebo, zusätzlich zu Insulin glargin. Die Ergebnisse von ACHIEVE-3, ACHIEVE-2 und ACHIEVE-5 wurden auf den 86. Scientific Sessions der American Diabetes Association (ADA) präsentiert. ACHIEVE-3 wurde zuvor in The Lancet publiziert, ACHIEVE-2 und ACHIEVE-5 in The Lancet bzw. JAMA [1-3].
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Gesundheitspolitik
Sparpaket für Gesundheitsausgaben in Bundestag und Bundesrat

Sparpaket für Gesundheitsausgaben in Bundestag und Bundesrat

Das heftig umstrittene Sparpaket der schwarz-roten Koalition bei den Gesundheitsausgaben startet ins parlamentarische Verfahren. Ministerin Nina Warken (CDU) bringt am Freitag ihren Entwurf in den Bundestag ein, der die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um mindestens 16,3 Milliarden Euro entlasten und damit höhere Zusatzbeiträge verhindern soll. Parallel befasst sich auch der Bundesrat mit den Plänen und dürfte etliche Kritikpunkte anmelden. Vorgesehen sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche. Auf Versicherte kommen unter anderem höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartner:innen zu. Die Koalition strebt an, das Gesetz bis zur Sommerpause Mitte Juli zu besiegeln.
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Medizin
Neuer Wirkstoff könnte das Fortschreiten von Alzheimer bremsen

Neuer Wirkstoff könnte das Fortschreiten von Alzheimer bremsen

„Compound 10“ (Substanz 10) nennt Ursula Quitterer die chemische Verbindung, die ihr Team entwickelt hat und die die Alzheimer-Krankheit verlangsamen könnte. Quitterer ist Professorin für Molekulare Pharmakologie an der ETH Zürich. Bis jetzt testete sie den Wirkstoff erst an Mäusen, und da zeigte er vielversprechende Wirkungen: Das für die Demenzerkrankung typische Absterben von Nervenzellen verläuft deutlich langsamer, und die Tiere überleben länger.
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Medizin
DDG 2026

Lipodystrophie – eine unterschätzte Differenzialdiagnose in der Diabetologie

Lipodystrophien sind seltene, oft verkannte Erkrankungen mit schwerem metabolischem Phänotyp. Betroffene werden häufig in der diabetologischen Praxis vorstellig. Der selektive Verlust subkutanen Fetts führt über Leptinmangel und Lipotoxizität zu extremer Insulinresistenz, früher Diabetesmanifestation und schwerer Hypertriglyceridämie. Beim Kongress der Deutschen Diabetes-Gesellschaft 2026 stellte Prof. Dr. Martin Heni, Universitätsklinikum Ulm, Klassifikation, Pathophysiologie und klinische „Red Flags“ vor. Bei einer Diskrepanz zwischen Habitus und metabolischer Symptomatik sollte auch an eine Lipodystrophie gedacht werden, denn eine frühzeitige, differenzialdiagnostisch fundierte Abklärung ermöglicht eine zielgerichtete Therapie und verbessert die Prognose.
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Medizin

Unsichtbare Todesursache Sepsis: Warum Deutschland ein Wahrnehmungsproblem hat

Sepsis verursacht jedes Jahr etwa 140.000 Todesfälle, Hunderttausende Langzeitfolgen und Kosten von über 30 Milliarden Euro. Doch Deutschland hat ein Wahrnehmungsproblem. Die WHO-Forderung nach konsequenter Verwendung des Begriffs „Sepsis“ wird seit 2017 nur unzureichend umgesetzt. In Medien, Gesundheitsberichterstattung und öffentlicher Kommunikation wird die Erkrankung häufig nicht ausdrücklich benannt.
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Gesundheitspolitik

Größere Krankenkassen-Finanzlücke 2027 erwartet

Die Finanznöte der gesetzlichen Krankenkassen spitzen sich inmitten der Beratungen über ein Spargesetz weiter zu. Nach vorläufigen Zahlen für das erste Quartal 2026 rechnet das Bundesgesundheitsministerium damit, dass das Defizit im kommenden Jahr um 3,5 Milliarden Euro höher liegt als bisher prognostiziert. Das teilte das Ressort auf Anfrage in Berlin mit. Zuerst berichtete „Bild“ darüber. Hintergrund ist ein deutlich stärkerer Anstieg der Ausgaben im ersten Quartal 2026 als für das Gesamtjahr 2026 angenommen.
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Gesundheitspolitik
Kreis der Blutspendenden schrumpft - Jüngere gefragt

Kreis der Blutspendenden schrumpft - Jüngere gefragt

Deutschland wird älter - und das hat Folgen für die Versorgung mit Blutkonserven für lebenswichtige Behandlungen. „Wir haben immer mehr ältere Spender und weniger junge, die nachkommen“, sagte der Sprecher der Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes, Patric Nohe, der Deutschen Presse-Agentur vor dem Weltblutspendetag am 14. Juni. „Wir haben das Problem, dass der Kreis der Leute, die Blut spenden, kleiner wird.“ Besonders die Generation der Babyboomer sei bislang sehr stark vertreten gewesen und viele hätten häufig gespendet.
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Medizin

Parkinson: PADOVA-Studie ebnet Weg für erste krankheitsmodifizierende Therapie mit Prasinezumab

Die Resultate der internationalen PADOVA-Studie ebneten den Weg für die Zulassungsstudie der ersten krankheitsmodifizierenden Therapie von Parkinson mit dem Wirkstoff Prasinezumab. Das Fachjournal The Lancet veröffentlichte nun die Ergebnisse der PADOVA-Studie bei der die Wirkung der Substanz untersucht wurde [1]. Dabei nutzten die Wissenschafter:innen ein für die Parkinson-Erkrankung ganz neues Studiendesign.
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