Pflanzenbasierte Ernährung fördert gesundes Altern
David Meier M.Sc.Eine groß angelegte Analyse hat gezeigt, dass eine dauerhaft ausgewogene, überwiegend pflanzenbasierte Ernährung maßgeblich dazu beitragen kann, gesund zu altern. Grundlage dieser Analyse waren Daten aus zwei großen US-amerikanischen Kohortenstudien. Gemeinsam begleiteten diese Studien mehr als 100.000 Erwachsene über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren. Ziel der Untersuchung war es, herauszufinden, inwieweit verschiedene etablierte Ernährungsmuster nicht nur das Risiko für chronische Erkrankungen senken, sondern auch die allgemeine Gesundheit im Alter fördern.
Was ist „gesundes Altern“?
Als Maßstab für gesundes Altern definierten die Forschenden das Erreichen eines Alters von mindestens 70 Jahren ohne das Auftreten von 11 relevanten chronischen Erkrankungen – darunter Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem mussten die Teilnehmenden über eine gute körperliche und kognitive Funktion verfügen und durften keine ausgeprägten depressiven Symptome zeigen. Lediglich 9,3% der Teilnehmenden erfüllten mit 70 Jahren noch alle diese Kriterien.
Die untersuchten Ernährungsmuster im Detail
Die Forschenden bewerteten den Einfluss von insgesamt 8 verschiedenen Ernährungsmustern. Im Fokus standen insbesondere diese 4 Konzepte:
Weitere analysierte Ernährungsmuster bezogen sich auf die Insulinantwort, entzündungsfördernde Lebensmittel sowie den Anteil hochverarbeiteter Produkte in der Ernährung.
Positiver Effekt der AHEI-Ernährung auf den Alterungsprozess
Die Auswertung der Daten zeigte einen deutlichen Zusammenhang zwischen den untersuchten Ernährungsmustern und der Wahrscheinlichkeit für gesundes Altern. Besonders stark war der Effekt bei Teilnehmenden die sich konsequent an die AHEI-Ernährung hielten. Sie hatten eine um 86% höhere Wahrscheinlichkeit, die Kriterien für gesundes Altern zu erfüllen, als Personen mit geringer AHEI-Adhärenz. Auch die DASH-Diät, die Mittelmeerdiät und die hPDI-Diät wirkten sich positiv auf den Alterungsprozess aus.
Pflanzliche Ernährung und wenig verarbeitete Lebensmittel erhöhen die Chance für gesundes Altern
Ein zentrales Ergebnis der Analyse war der Zusammenhang zwischen dem Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel und einer geringeren Wahrscheinlichkeit für gesundes Altern. Personen mit dem höchsten Verzehr dieser Produkte hatten ein um 32% niedrigeres Risiko, im Alter gesund zu bleiben. Auch der regelmäßige Konsum von rotem Fleisch, gesüßten Getränken sowie die übermäßige Aufnahme von Salz, Zucker und gesättigten Fetten stand mit einem erhöhten Krankheitsrisiko im Alter in Verbindung. Demgegenüber förderte eine Ernährung, die reich an Obst, Gemüse, Nüssen, ungesättigten Pflanzenölen und Vollkornprodukten war, die Chancen auf gesundes Altern.
Limitationen der Studie: Beobachtungsdesign und eingeschränkte Übertragbarkeit
Die Ergebnisse der Analyse unterstreichen Erkenntnisse, welche schon seit einigen Jahren bekannt sind und auch von unterschiedlichen Fachgesellschaften empfohlen werden. Da es sich jedoch um eine Beobachtungsstudie handelt, lassen sich keine Kausalzusammenhänge ableiten – die Ergebnisse zeigen lediglich Assoziationen. Zudem beruhte die Erfassung der Ernährungsdaten auf Fragebögen zur Häufigkeit des Lebensmittelkonsums, die anfällig für Erinnerungsfehler und soziale Erwünschtheit sind. Ein weiterer Einschränkungsfaktor ist die Zusammensetzung der Studienpopulation. Die Teilnehmenden waren überwiegend weiße, gesundheitsbewusste Personen aus den USA, was die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Bevölkerungsgruppen einschränkt. Auch die Definition von „gesundem Altern“ basierte auf Fragebogendaten und klinischen Diagnosen und bildet nicht alle Aspekte individuellen Wohlbefindens ab.
Quelle:Tessier, AJ. et al. (2025) Optimal dietary patterns for healthy aging. Nat Med, DOI: 10.1038/s41591-025-03570-5.