Kassen skeptisch bei Verbesserung für Patienten
Patientenvertreter und Krankenkassen äußern sich skeptisch, dass beschlossene Anreize und Erleichterungen für Hausarztpraxen in der Versorgung vor Ort Wirkung zeigen. „Mit dem Gesetz wird die Vergütung der Ärztinnen und Ärzte auf jeden Fall verbessert“, sagte die stellvertretende Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen, Stefanie Stoff-Ahnis, der Deutschen Presse-Agentur. „Doch ob sich auch für die Patientinnen und Patienten etwas verbessert, steht in den Sternen.“
400 Millionen Euro Honorar zusätzlich für Hausärzte?
Das Gesetz sei so aufgebaut, dass die Hausärzte garantiert 400 Millionen Euro Honorar zusätzlich bekämen, selbst wenn es keinen einzigen zusätzlichen Arzttermin gebe, sagte Stoff-Ahnis. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte, es bleibe das Geheimnis von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), wie der Wegfall von Honorar-Obergrenzen zu mehr Terminen führen solle. „Das Gesetz wird nicht zur Steuerung und Förderung der notleidenden Praxis auf dem Land genutzt“, sagte Vorstand Eugen Brysch.
Gesetz soll Beruf des Hausarztes attraktiver machen
Der Bundestag hatte in der Nacht ein Gesetz von Lauterbach beschlossen, das bessere Bedingungen für Hausärztinnen und Hausärzter egelt. Für sie sollen damit - wie schon für Kinderärzte -Obergrenzen bei der Vergütung wegfallen. Eingeführt werden soll eineJ ahrespauschale zur Behandlung chronisch kranker Patienten. Dies soll Praxisbesuche in jedem Quartal nur zum Abholen von Rezepten vermeiden und mehr Behandlungsfreiräume schaffen. Ziel ist es, den Berufangesichts von 5.000 unbesetzten Hausarztsitzen attraktiver zu machen.
Quelle:dpa